F*Streik Netzwerk Dresden

Beziehungsweise Revolution. 1917, 1968 und kommende


Datum: 20.2.2020 19:00 Uhr
Ort: Motorenhalle (Wachsbleichstr. 4a)

Lesung und Diskussion mit Bini Adamczak

Bini Adamczak stellt die Formen von Beziehungsweisen zwischen Menschen in den Mittelpunkt ihrer Analysen der Revolutionen von 1917 und 1968. Dabei haben Beziehungen des anonymen Austauschs von Waren oder Dienstleistungen, der ökonomischen Ausbeutung oder der staatlichen Herrschaft sehr viel mit den konkreten Formen der vermeintlich intimsten emotionalen Nahbeziehungen zu tun, mit denen sie in den gesellschaftlichen Geschlechterverhältnisse verknüpft sind. Denn ob und wie gesellschaftliche Beziehungsweisen insgesamt funktionieren, hat am Ende viel mit sehr konkreten Fragen zu tun: Wer putzt eigentlich das Klo – unbezahlt oder für Niedriglohn? Wer leistet den Reste der nie endende Haus- und Sorgearbeit, die die Basis unseres Lebens schafft. Wer ist ökonomisch und wer emotional wie und wo von wem abhängig? Was wird dabei als ‘männlich’ und was als ‘weiblich’ codiert und warum ist dieses Unterscheidung überhaupt wichtig? Und nicht zuletzt: wie könnten Menschen ihre wechselseiteigen Beziehungen vielleicht auch ganz anders gestalten?

Wie sind diese Fragen in den revolutionären Kämpfen um 1917 und 1968 diskutiert worden, was wurde dabei vergessen, was widersprüchlich beantwortet? Und vor allem: Wie wollen wir sie für uns in Gegenwart und Zukunft beantworten?


Relation(ship)s and Revolution. 1917, 1968 and the ones to come
Reading and discussion with Bini Adamczak

Date: 20th February 2020, 7 p.m.
Place: Motorenhalle (Wachsbleichstraße 4a)

Bini Adamzcak focuses on interpersonal relations in her analysis of the revolutions of 1917 and 1968. Relations of anonymous exchange of products or services, economical exploitation or state control strongly affect the specific forms of the seemingly most intimate emotional relationships, which they are connected to by the societal gender system. If and how societal relations work alltogether, depends on very specific questions: Who actually cleans the toilet - for free or on a low wage? Who is doing the never-ending house and care work which lays the foundation of all our lives? Who depends on whom economically and emotionally - and how and where? And for that matter, what is understood as “male” or “female”, and why does this actually matter? Or in other words: how could people manage their relations and relationships in a totally different way?

How were these questions discussed during the revolutionary struggles in 1917 and 1968, what was left out, which questions were answered inconsistently? And most important: How do we want to answer them today and in the future?

The reading will be held in German. We aim to provide whisper translation into English during the event.